Es gibt Frauen, die ihr Leben nach dem Zyklus ausrichten. Diese Methode wird Cycle Syncing genannt. Doch was ist eigentlich dran an diesem Hype?
Dank der sozialen Medien hat sich zyklusorientiertes Training in den letzten Jahren verbreitet, und das nicht nur in der Sportbubble. Glaubt man einzelnen Erfahrungsberichten, verbessert es das allgemeine Wohlbefinden. Zusätzlich soll Cycle Syncing zyklusbedingte Symptome mildern. Doch entspricht das wirklich der Wahrheit oder ist es nur Wunschdenken?
Was genau ist Cycle Syncing überhaupt?
Cycle Syncing, auch Zyklussynchronisation genannt, verfolgt den Ansatz, den eigenen Lebensstil zu ändern. Genauer gesagt, werden die Ernährung und das Training mit dieser Methode an die verschiedenen Phasen des Menstruationszyklus angepasst. Das Ziel ist es, negative Auswirkungen, die durch Hormonschwankungen entstehen, zu verringern und somit das Wohlbefinden zu steigern. Gerade im sportlichen Bereich erfreut sich zyklusorientiertes Training großer Beliebtheit.
Um wirklich das Beste aus dem Körper herauszuholen, wird geraten, den Zyklus für mindestens drei Monate zu beobachten. Doch worauf solltest du genau achten?
- Wann setzt deine Blutung ein und wie lange dauert sie?
- An welchen Tagen hast du viel Kraft und Energie?
- Wann treten Symptome wie Verdauungsstörungen, Schmerzen oder Stimmungsschwankungen auf?
Durch diese genaue Beobachtung verstehst du deinen Körper besser und kannst mit der Zeit gut nachvollziehen, in welcher Phase des Monatszyklus du steckst. Somit kannst du deinen Terminkalender perfekt an deinen natürlichen Rhythmus anpassen und dein Energielevel optimal nutzen.
Die Phasen des Menstruationszyklus
Der weibliche Zyklus hat im Durchschnitt eine Länge von 21 bis 35 Tagen. Er beginnt mit der Periode und endet am Tag, bevor die nächste Menstruation einsetzt. In diesem Zeitraum durchläuft dein Körper vier verschiedene Phasen, die bei der Cycle-Syncing-Methode auch als Jahreszeiten bezeichnet werden.

Der Zyklus startet mit der Regelblutung. Diese Phase dauert zwischen vier und sieben Tagen und wird oft von Symptomen wie Unterleibsschmerzen, Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen begleitet. Deine Hormone sind in dieser Zeit auf dem niedrigsten Stand.

Direkt nach der Menstruation startet die Follikelphase. Sie dauert ungefähr 14 Tage. Das Hormon FSH lässt in dieser Zeit deine Eizellen reifen. In dieser Phase sind viele Frauen deutlich energiegeladener. Das liegt daran, dass die Östrogenproduktion auf Hochtouren läuft.

In dieser Phase findet der Eisprung statt und somit ist es die fruchtbarste Zeit deines Körpers. Der Östrogenspiegel steht an seinem Höchstpunkt, was zu Kopfschmerzen oder Heißhungerattacken führen kann.

In dieser Phase findet eine hormonelle Achterbahnfahrt in deinem Körper statt, da Östrogen und Progesteron ansteigen und wieder abfallen. Viele Frauen leiden in dieser Zeit am prämenstruellen Syndrom. Das zeigt sich unter anderem durch Stimmungsschwankungen, Konzentrationsschwierigkeiten oder fehlende Motivation.
Wo genau setzt die Cycle-Syncing-Methode während des Menstruationszyklus an?
Durch das Abstimmen von körperlichen Aktivitäten auf den Zyklus können Frauen unter anderem ihre Trainingseinheiten in die Phasen legen, in denen der Körper die meiste Energie hat. Doch ein zyklusorientiertes Leben kann weitere Vorteile bringen, die das Wohlbefinden steigern. Beispielsweise trägt auch eine angepasste Ernährung dazu bei, Hormonschwankungen auszugleichen, was zu einer besseren körperlichen Verfassung führt.
Zyklusorientierte Ernährung
Menstruationsphase:
Lebensmittel wie Kaffee oder Alkohol können die Beschwerden während dieser Phase verschlimmern. Deswegen ist es ratsam, darauf zu verzichten, um kein Risiko einzugehen. Da der Körper während der Periode zudem viel Eisen verliert, sind eisenreiche Lebensmittel wie Linsen, Bohnen oder Spinat eine ideale Ergänzung für den Speiseplan. Mikronährstoffe wie Omega 3 und Magnesium sollten definitiv nicht fehlen. Wenn es dir schwerfällt, deinen Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen, kannst du natürlich auch auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen.
Follikuläre und ovulatorische Phasen:
Diese beiden Phasen sind perfekt für leichtere Kost geeignet. Auf dem Speiseplan sollte viel Obst und Gemüse stehen, das den Körper mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Leichte Proteine und Vollkornprodukte ergänzen die Auswahl und liefern die nötigen Ballaststoffe.
Lutealphase:
Mit dieser Phase endet der Zyklus und somit fährt auch die Energie wieder etwas runter. Das liegt an dem Auf und Ab der Hormone. Hier kann der Körper mit der richtigen Ernährung unterstützt werden, um die PMS-Symptome zu lindern. Lebensmittel, die viel Magnesium enthalten, so wie Bananen oder Mandeln, helfen dabei, Stress und Krämpfe zu reduzieren. Vollkornhaltige Nahrungsmittel und Gemüse machen dich lange satt. Wenn dich doch einmal der Heißhunger überkommt, dann hilft dir Zartbitterschokolade dabei, deine Laune zu heben.
Zyklusgerechtes Training
Menstruationsphase:
Auf Bewegung sollte während der Periode nicht verzichtet werden. Im Gegenteil, sie kann dabei helfen, Krämpfe zu lindern und das Unwohlsein zu bekämpfen. Trotzdem sollten es eher ruhigere Aktivitäten wie etwas schnellere Spaziergänge, Pilates oder Yoga sein.
Follikuläre- und ovulatorische Phasen:
Durch das erhöhte Östrogen sollen in diesen zwei Phasen dem Körper eine Menge Energie zur Verfügung stehen. Deswegen eignet sich dieser Zeitraum hervorragend für körperlich anstrengende Trainingseinheiten. Beispielsweise Laufen, Rudern oder Boxen.
Lutealphase:
In dieser Phase sollten sich die körperlichen Aktivitäten wieder eher auf leichtere Trainingseinheiten wie Yoga oder Pilates beschränken, um dem Körper nicht zu viel Energie zu nehmen.
Ist Cycle Syncing für jeden geeignet?
Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, sich einmal mit seinem Zyklus auseinanderzusetzen. Doch ob die Methode für dich wirklich etwas bringt, hängt stark von deinem Typ ab. Der Menstruationszyklus ist bei jeder Frau anders. Er unterscheidet sich nicht nur in der Länge, sondern jede Frau nimmt die einzelnen Phasen auch unterschiedlich wahr. Während die eine Person stark mit Hormonschwankungen oder Schmerzen zu kämpfen hat, bekommt die andere von ihrem Monatszyklus bis auf die Regelblutung nicht viel mit.
Wenn du zu den Letzteren gehörst, dann bist du in der glücklichen Lage, dass deine Hormone deinen Alltag nicht maßgeblich beeinträchtigen. Solltest du nur während deiner Regelblutung Probleme haben, dann helfen schon gute Menstruationsprodukte dabei, dein Wohlbefinden zu steigern.
Einen wissenschaftlichen Beweis, dass die Cycle-Syncing-Methode wirklich maßgeblichen Einfluss auf den Körper nimmt, gibt es nicht. Doch es ist definitiv bewiesen, dass Hormonschwankungen Einfluss auf den Körper haben. Sollte die Methode dir also deinen Alltag erleichtern und dich unterstützen, dann machst du definitiv nichts falsch. Im Grunde geht es darum, auf seinen Körper zu hören, und wenn du findest, dass Cycle Syncing nichts für dich ist, ist das genauso in Ordnung.
Bei der Cycle-Syncing-Methode werden das Training und die Ernährung an die verschiedenen Phasen des Menstruationszyklus angepasst.
Der Menstruationszyklus besteht aus vier Phasen. Die Menstruationsphase, die Follikelphase, die Ovulationsphase und zum Schluss die Lutealphase.
Der Zyklus beginnt mit Menstruationsphase und startet mit dem ersten Tag deiner Regelblutung. Direkt danach beginnt die Follikelphase. Sie dauert ungefähr 14 Tage und in dieser Zeit reift die Eizelle. Dann geht es zur Ovulationsphase, in der es zum Eisprung kommt. Gleich danach startet die Lutealphase. In diesem Zeitraum fahren die Hormone Achterbahn und der Körper bereitet sich auf die bevorstehende Regelblutung vor. Viele Frauen haben in dieser Phase mit PMS zu kämpfen.
Um den Körper optimal zu unterstützen, sollte die Ernährung an die vier Hormonphasen angepasst werden. Während der Menstruation sind eisenreiche Lebensmittel von Vorteil. Während der Follikulären und ovulatorischen Phasen sind leichte Proteine und vitaminreiche Speisen gut, und in der Lutealphase stehen komplexe Kohlenhydrate zur Stabilisierung des Blutzuckers im Fokus.
Während der Lutealphase und der Menstruation ist es sinnvoll, nur leichtes Training wie Yoga oder Pilates durchzuführen. Während der follikulären und ovulatorischen Phase hat dein Körper größere Energiereserven. Aus diesem Grund kann in der Zeit das Training intensiviert werden.
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