Was braucht man zum Stillen? Richtig – dich und das Baby. So, fertig ist mein Blogbeitrag. smile

Ich habe 9 Monate gestillt. Davon 6 Monate voll und 3 Monate während der Beikost-Einführung vorwiegend nur noch nachts oder die „Zwischenmahlzeiten“. Und da ich teilweise bis zu 12 Mal pro Tag gestillt habe, kann ich also schon von mir behaupten, ich habe Erfahrungen mit dem Stillen.

Ja schon, aber ich habe keine Erfahrungen mit Stillproblemen. Denn Stillen heißt nicht gleich, dass es immer Probleme geben muss. Dennoch sind auch für den „Normal(still)betrieb“ ein paar Basics hilfreich. Und wer weiß, vielleicht hätte es ohne die Dinge, gar nicht so gut bei mir geklappt. Denn tue dir was Gutes und hole dir das was du brauchst, um das Stillen wirklich zur schönsten Sache zwischen dir und deinem Baby zu machen.

Aber wo fängt man an?

Während meiner Schwangerschaft habe ich bereits ein paar Fachartikel, Newsletter oder auch Blogbeiträge über das Stillen gelesen. Es klang geheimnisvoll, sehr intim und manchmal auch etwas beängstigend. Ich habe mir gewünscht und bis zum ersten Mal auch gehofft, dass ich stillen kann. Erst dann wollte ich mir Gedanken über Alternativen machen.

Und verstehe mich bitte nicht falsch, aber es ist einfach – einfach für alle Beteiligten – aber nicht einfach im Sinne, das kann jeder, das klappt bei jedem oder jedem fällt es leicht zu stillen. Nein, ich meine es ist einfacher als die vielen Flaschen vorzubereiten, zu packen, mitzunehmen, warmzuhalten, zu säubern, dafür einzukaufen etc. Stillen ist einfacher als die Flasche Tag und Nacht zu geben. Ja, aber Stillen ist nicht zu unterschätzen. Es ist teilweise kräftezerrend, macht einen abhängiger, gefühlt irgendwie verwundbarer und auch vorsichtiger, denn irgendetwas könnte ja schließlich das Still-Verhältnis stören. So meine Gedankenwelt.

Ich habe zwar immer versucht meine Termine so zu legen, dass diese zwischen den Still-Mahlzeiten lagen. Aber ein Baby ist nun mal keine Zeitmaschine, die man programmieren kann, sondern es ist ein natürliches Wesen, was nach Liebe und Laune Durst hat oder die Nähe und Geborgenheit sucht und braucht. Somit habe ich auch in der Öffentlichkeit gestillt. Ob im Park, im Restaurant oder bei Freunden zu Hause. Schließlich hatte ich ja „alles an Mann“. War es Zeit zum Stillen habe ich mich zurückgezogen, aber nicht weil ich mich für das Stillen geschämt habe, sondern weil ich meinem Baby Ruhe beim Trinken geben wollte. Genauso neu wie es für mich war, war es schließlich auch neu für ihn. Und ich persönlich mag es ja auch nicht, wenn mir jemand beim Essen zusieht.

Wenn du mich fragen würdest, was wären die wichtigsten Utensilien, welche ich für das Stillen gebraucht habe? – Würde ich antworten:

  • Bequeme Kleidung und stilltaugliche Kleidung (ein Kleid, was nur von unten nach oben aufgezogen werden kann ist im Restaurant schon unpraktisch… just saying… schuldig, selbst erlebt 😉 )
  • Still-BH
  • Stilleinlage (vor allem Nachts, aber auch für unterwegs lieber zur Not einpacken)

Dann würde ich dir empfehlen, macht es euch zu Hause gemütlich. Richtet euch in euern Wohn- und Schlafzimmern so ein, dass Platz und Raum für eine Still-Session ist oder auch auf längeren Reisen immer folgende Dinge für euch zum Greifen nah bzw. parat liegen:

  • Mullwindeln
  • Still-Kissen
  • Uhr
  • App zur Dokumentation wann und mit welcher Seite ihr gestillt habt
  • Nachtlicht

Gönne dir und eurem Baby neben guten ausgewogenen Essen und reichlichem Trinken Ruhe und Ruhepausen, um fit für das Stillen zu sein und – falls das Stillen länger gewünscht ist – auch zu bleiben. Denn dein Trink- und Essverhalten ist entscheidend. Am Anfang schwitzt du wahrscheinlich wie verrückt, umso wichtiger ist es, dass du viel trinkst. Füll dein Glas, deine Tasse – ach was sage ich – deine Kanne immer wieder mit Flüssigkeit auf (vorzugsweise ohne Kohlensäure, ungesüßt, Inhaltsstoffe bzw. bestimmte Kräuter vermeiden) und verteile diese in der Wohnung/im Haus oder nehme dir die Getränke für unterwegs mit.

Ich sollte von vornherein alles essen. Das wurde mehrfach betont. Natürlich sollte ich dann die Blähprodukte reduzieren bzw. sogar ganz darauf verzichten, denn mein Baby hat darauf stark reagiert. Das stellt ihr im Übrigen sehr schnell fest, auf was euer Baby reagiert oder nicht. Entweder ihr hört (Blähungen), ihr seht (Haut oder auch in der Windel) oder ihr riecht es (Windel!).

Leider hatte unser Baby-Junge extreme Bauchkrämpfe… man hat es förmlich brodeln und „krachen“ hören in seinem Bäuchlein. Doch der Arzt konnte nichts Unnormales feststellen. Nun habe ich bestimmte Lebensmittel für einige Tage reduziert bis hinzu ganz aus meinem Speiseplan (z.B. Kuhmilch) gestrichen. Und siehe da, es ging ihm viel besser (und damit uns auch).

Ganz ehrlich, ich fand die Ernährung während der Stillzeit etwas komplizierter als während der Schwangerschaft. Aber das muss nicht sein, deshalb teste immer wieder in kleinen Mengen. Dann merkst du schnell, ob euer Baby noch darauf reagiert oder es schon besser klappt. Denn jedes Baby ist anders und hat sein eigenes Tempo – so auch beim Thema Verträglichkeit des Magens und der Verdauung.

Kommen wir aber zurück zu den Still-Basics, um das erfolgreiche Stillen aufrecht zu erhalten und selber fit zu bleiben.

Dafür gibt es ein paar hilfreiche Produkte zur Pflege und Regeneration der Brustwarze:

  • Brustwarzensalbe vorbeugend zur Pflege
  • Hydrogelpads zum Kühlen und Beruhigen bei gereizten oder gerissenen Brustwarzen
  • Brustkompressen bei gereizten, wunden oder entzündeten Brustwarzen
  • Brustmassage-Gerät bei hartnäckigen Stellen
  • Wärmekissen für den Nacken (die Nackenbeschwerden sind schon arg!)

Nach der Wochenbettzeit begann für mich dann die Zeit der Rückbildung und ich habe einen Kurs ohne Baby belegt. Dafür habe ich abgepumpt und mein Mann hat die Flasche mit Muttermilch gegeben. Dafür brauchten wir natürlich weitere Utensilien wie:

  • Milchpumpe inkl. Flaschen und Sauger
  • Muttermilchbeutel zum Aufbewahren oder Einfrieren

Alles im Allem kann ich dir nur empfehlen, dass Stillen entspannt anzugehen, lasse es auf dich zu kommen, nehme und gebe dir die Zeit es auszuprobieren und euch einzuspielen. Bittet euren Partner*in dich All-inclusive zu versorgen – zumindest die ersten Tage oder Wochen. Denn Stillen ist keine Einzelleistung – es ist eine Teamarbeit zwischen dir, euerm Baby und deinem Partner*in.

Viele Grüße,

 

Eure Melissa // 34 Jahre, einfach-Mama von einem Baby-Jungen
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